Erzieherausbildung und BASA  (Bachelor of Arts Soziale Arbeit)

Ein neues Projekt des Berufskolleg Bleibergquelle und der „offenen Hochschule“ an der FHdD in Bielefeld

Velbert, Mai 2017: Das Berufskolleg Bleibergquelle hat gemeinsam mit der Fachhochschule der Diakonie (FHdD) eine neue Kooperation auf den Weg gebracht.

Zielgruppen unserer Kooperation mit der FHdD sind Menschen, die bereits in sozialpädagogischen Arbeitsfeldern tätig sind und sich fachlich sowie beruflich weiter qualifizieren möchten. Viele dieser Menschen haben oft nicht die Möglichkeit ihre berufliche Tätigkeit zu unterbrechen und ein Vollzeitstudium der sozialen Arbeit durchzuführen.

Das sind aus unserer Sicht vornehmlich

  • Menschen mit einer abgeschlossenen Ausbildung, die nicht im sozialpädagogischen Bereich liegt z.B. Tischler, die sich in neuen sozialpädagogischen Arbeitsfeldern orientieren möchten
  • ehrenamtlich Tätige in sozialen Handlungsfeldern (zum Beispiel Straffälligenhilfe), die eine qualifizierte und anerkannte Berufsausbildung anstreben sowie
  • Studierende an Fachschulen für Sozialpädagogik, die berufsbegleitend einen akademischen Abschluss anstreben und ihre beruflichen Möglichkeiten erweitern möchten.

Die Idee ist, erworbene Kompetenzen und Wissen aus der Erzieherausbildung anzuerkennen und auf ein Studium anzurechnen. Durch zusätzliche Leistungen (Plusmodule) kann das Studium der sozialen Arbeit bis zur Hälfte verkürzt werden.

Die Erzieherausbildung ermöglicht einen breiten Einstieg für die oben genannten Zielgruppen. Während der Erzieherausbildung können die Interessenten erst einmal klären, ob sie die persönlichen, zeitlichen, intellektuellen und auch finanziellen Möglichkeiten/ Fähigkeiten für ein weiterführendes Studium mitbringen.

Die Struktur der Ausbildung sieht folgendermaßen aus:

2 Jahre theoretische Vollzeitausbildung mit 16 Wochen Praktikum und das anschließende Berufspraktikum z.B. in der Fachschule für Sozialpädagogik im Berufskolleg Bleibergquelle

oder

BiA: 3 Jahre berufsintegrierte (praxisintegriert) Ausbildung mit einer durchgehenden bezahlten Arbeits- bzw. Praktikumsstelle und theoretischen Ausbildungsabschnitten. Zwischen den einzelnen Unterrichtsblöcken werden praxisorientierte Aufgaben bearbeitet (Lernen am anderen Ort) und eine Begleitung in Regionalgruppen bzw. interaktiven Onlinegruppen (digitales Klassenzimmer) durch Lehrer sichergestellt. Eine besondere Form in der BiA ist das problemorientierte Lernen. Hier werden konkrete Fälle aus der eigenen Praxis theoriegeleitet in Kleingruppen bearbeitet.

Das Studium an der FHdD wird in 13 Modulen dargestellt.

Modul Nr. Modultitel anrechenbare Creditpoints (CP)
Modul 1 Einführung ins Studium und in das wissenschaftliche Arbeiten 5 CP
Modul 2 Grundlagen des sozialarbeiterischen Handelns 30 CP
Modul 3 Gruppenarbeit, Medien und Kommunikation in den Arbeitsfeldern 15 CP
Modul 4 interdisziplinäre Zugänge zu Handlungsfeldern der sozialen Arbeit 10 CP
Modul 5 Grundlagen von Recht und Verwaltung 10 CP
Modul 6 Vertiefungs-Wahlmodul 20 CP
Modul 7 gesellschaftswissenschaftliche und systemtheoretische Zugänge zu sozialen Arbeit 15 CP
Modul 8 Methoden Sozialer Arbeit 15 CP
Modul 9 Einführung in die Geschichte Sozialer Arbeit 10 CP
Modul 10 soziale Arbeit als Menschenrechtsprofession 15 CP
Modul 11 Sozialrecht 10 CP
Modul 12 Soziale Arbeit als Profession 10 CP
Modul 13 Studienabschluss: Bachelorarbeit und Kolloquium mit Begleitveranstaltung 15 CP

Tab.: Modulhandbuch Bachelor- Studiengang Soziale Arbeit (berufsbegleitend / Teilzeit) Stand 1.1.17

Während der Erzieherausbildung können verschiedene Module auf das Studium der sozialen Arbeit angerechnet werden:

Das Modul 2: Grundlagen des sozialarbeiterischen Handelns, kann pauschal mit 30 Kreditpoints, ohne Äquivalenzüberprüfung angerechnet werden. Das Studium in Bielefeld verkürzt sich um ein Semester.

Die Module 3, 4, 5, 6 können mit bis zu 30 Creditpoints in die Erzieherausbildung integriert werden. Die einzelnen kooperierenden Fachschulen erbringen einen Nachweis, dass diese Inhalte und Kompetenzen im Rahmen der Fachschule für Sozialpädagogik vermittelt wurden. Dies beinhaltet eine Verkürzung des Studiums um zwei Semester.

Zusätzlich können so genannte Plusmodule mit 30 Creditpoints auf das Studium der sozialen Arbeit angerechnet werden. Dazu gehören das

  • Modul 4: interdisziplinäre Zugänge zu Handlungsfeldern der sozialen Arbeit,
  • Modul 6: Vertiefungswahlmodul
  • Modul 7: gesellschaftswissenschaftliche und systemtheoretische Zugänge zur sozialen Arbeit.

Das Studium verkürzt sich um drei Semester.

Insgesamt können also bis zu 90 Kreditpoints (die Hälfte des Studiums) durch die Kooperation zwischen der Fachschule für Sozialpädagogik und der Fachhochschule der Diakonie erworben und anerkannt werden.

Im Anschluss an die Erzieherausbildung (staatlich anerkannte Erzieherin/staatlich anerkannter Erzieher) kann berufsbegleitend das verkürzte Studium aufgenommen werden. Hierbei ist es durchaus möglich auch einen größeren räumlichen Abstand zu der Fachhochschule in Bielefeld zu bewältigen. So ist es machbar, eine Arbeitsstelle in Velbert als Erzieher aufzunehmen und gleichzeitig ein Studium an der Fachhochschule der Diakonie in Bielefeld zu absolvieren. Viele Inhalte können durch

  • ein Selbststudium, dass vorher bereits an der Fachschule trainiert wurde (Selbstlernphasen),
  • online Plat tformen, z.B. Moodle,
  • Social- Media B. Instragram, Facebook, Twitter,
  • Netzwerkarbeit und
  • regionale Arbeitsgruppen

gemeistert werden. Überschaubare Präsenzzeiten (zum Beispiel einmal monatlich am Wochenende) an der Fachhochschule der Diakonie in Bielefeld sind langfristig gut planbar.

Vorteile dieses Studiums für Studierende:

Ein wesentlicher Vorteil unseres Kooperationsmodells ist, dass Studierende, die sich entscheiden nicht das Studium fortzuführen, trotzdem die ersten Jahre in die Erzieherausbildung investiert haben, auch einen Abschluss als staatlich anerkannter Erzieher machen können. Die ersten Jahre sind nicht vergeblich – im Gegensatz zu dem Abbruch eines Studiums.

Sie sind nach der Erzieherausbildung berufstätig, verdienen ihren Lebensunterhalt, sammeln Berufserfahrungen und können – neben Beruf sowie einem Privatleben – weiter studieren.

Vorteile für Arbeitgeber

Diakonische Arbeitgeber können hier durchaus profitieren. Einerseits werden sie hier sehr attraktiv für hoch motivierte und leistungsfähige Erzieher. Andererseits können sie eine fachliche Entwicklung fördern, die eine vielfache Steigerung der Farbigkeit und Professionalisierung in die sozialpädagogischen Einrichtungen bringt. Zum einen wird spezielles Fachwissen erlernt. Andererseits wird aber auch analysiert, hinterfragt und geforscht auf der Basis der vorhandenen Praxis Erfahrungen und Einrichtungen. Dieses Wissen kann in die weitere Qualitätssicherung der Einrichtung einfließen. Es ist also durchaus interessant diesen Ansatz weiter zu verfolgen und auch hier den Lernort Praxis weiter aktiv in die Ausbildung/das Studium einzubeziehen.

Das macht dieses Studium so attraktiv, dass mit den Arbeitgebern über zeitliche Freiräume und finanzielle Unterstützungen nachgedacht werden kann.

Gerne informieren wir Sie ausführlich. Wir führen regelmäßig Informations- und Anmeldeabende durch. Informieren Sie sich bitte auf unserer Homepage oder im Sekretariat. Selbstverständlich stehen wir Ihnen auch darüberhinaus zur Verfügung.

Weitere Infos zum Studium:

Wir machen Sie fit für die Zukunft.

Dr. Ludwig A. Wenzel