Mit der dualen Ausbildung zum Erfolg!

Dass Nelli Hörsch einmal ganz besonders ausgezeichnet wird für ihre hervorragende Bachelor-Arbeit, das hatte sie zu Beginn ihres Berufslebens ganz bestimmt nicht gedacht. Die gelernte Kauffrau, die sieben Jahre im Immobilienbereich einer Bank arbeitete, merkte immer mehr, dass das nicht die Erfüllung ihres Berufslebens ist. Die damalige Tätigkeit bereitete ihr zwar Freude, sie schenkte allerdings nicht die gewünschte Erfüllung im Beruf. Menschen sollten in ihrem Schaffen im Mittelpunkt stehen. Kurz entschlossen hängte sie ihren kaufmännischen Beruf „an den Nagel“, um eine professionelle Ausbildung im sozialen Bereich zu starten.

So begann sie im Sommer 2013 am Berufskolleg Bleibergquelle in Velbert die duale Ausbildung zur Erzieherin verknüpft mit dem Studium „Soziale Arbeit“ in Kooperation mit der Universität Stenden in Leeuwarden, Niederlande.

Der Vorteil dieses Studienganges ist der hohe Praxisanteil, die Studierenden wurden in dieser Zeit vor großen Herausforderungen gestellt, die sie so praxisnah wie möglich lösen mussten. „Ich werde nie vergessen, wie ich Punktabzüge für eine Modularbeit bekam, weil wir eine Forschung zwar richtig, jedoch zu umständlich betrieben haben,“ so Nelli Hörsch. „Mein Dozent sagte uns damals, dass wir effizient arbeiten sollen. In der späteren Praxis ist das Geld und die Zeit eng bemessen, das sollten wir im Blick auf die Zukunft jetzt schon lernen.“

Ein weiteres Praxis-Beispiel war das Kochprojekt mit Kindern, das wir in Velbert und Umgebung durchgeführt haben: Von der Suche nach Räumlichkeiten, der Spendengelder, der „Rekrutierung von Grundschülern“, der kompletten Planung, all das lag im Verantwortungsbereich der Lernenden und forderte sie heraus, „out of the box“ zu denken.

Besonders positiv empfand Frau Hörsch die persönliche Art der Lehrer an der Schule und die christliche Prägung. „Das „Christ sein“ ist nicht nur Theorie, sondern gelebte Praxis. Individualitätsförderung und ein hohes Maß an Engagement zeichnen die Lehrer dieses Berufskollegs aus.“

Nach zwei Jahren in Velbert, vollzieht sich das 3. Jahr des dualen Ausbildungsganges in Leeuwarden (Niederlanden). Diese Zeit erlebte sie als sehr bereichernd, es erweiterte ihren Horizont, für ein Jahr im Ausland zu leben – auch wenn es ein direktes Nachbarland ist.

Im vierten Ausbildungsjahr steht die Erstellung der Bachelorarbeit an, die während des Anerkennungsjahrs geschrieben wird. Auch hier schlängelt sich der rote Faden des Praxisschwerpunktes durch: sie wird im Auftrag des Arbeitgebers geschrieben, der auch das Thema bestimmt. Ein „Problem“ aus der Praxis der Einrichtung, welches so praxisnah wie möglich erforscht werden soll. Bei ihr ging es darum, ob die Geschwister bei einer Fremdunterbringung gemeinsam oder getrennt untergebracht werden sollen. Dass diese Arbeit so hoch gelobt und besonders ausgezeichnet wurde, war ein besonderes Highlight.

Nach Abschluss des Studiums startet Frau Hörsch nun als Sozialpädagogische Familienhilfe bei der Einrichtung „Balance finden“ im Norden Deutschlands, in Delmenhorst. „Ich bin ein lebensfroher, hilfsbereiter und aufgeschlossener Mensch, und mir bereitet es Freude, mit Menschen zu arbeiten und sie in ihrer Entwicklung zu begleiten. Vor diesem Hintergrund bin ich sehr froh, dass das Berufskolleg Bleibergquelle mich dazu professionell ausgebildet hat.“ Den großen Umweg begleitete ihr Ehemann, der sie während dieser Zeit motiviert und stark unterstützt hat. Und mit den Worten des Reformationsjubiläums schließt sie: Soli Deo Gloria! – Dem alleinigen Gott die Ehre!